Artikel

Info nur für Unternehmer: Betrügereien bei Kassennachschau

veröffentlicht am 11. Oktober 2018 10:14 Uhr

Die Finanzverwaltung ist ab dem 01.01.2018 berechtigt, unangemeldet Kassenprüfungen bei Ihnen im Unternehmen durchzuführen. Dies machen sich auch zunehmend Betrüger zu Nutze, die sich als Finanzbeamte ausweisen, obwohl sie keine sind. Sie wollen dann Ihr Bargeld aus der Kasse beschlagnahmen und mitnehmen, aber ACHTUNG: Das ist in keinem Fall erlaubt. Niemand darf Ihr Bargeld beschlagnahmen und mitnehmen! Bitte rufen Sie in einem solchen Fall gleich die Polizei!

Diese Betrüger verwenden folgende „Masche“:

Sie stellen sich den Steuerpflichtigen in deren Geschäftsräumen als Mitarbeiter der Finanzverwaltung vor. Dabei werden gefälschte Dienstausweise vorgelegt. Teilweise erfolgt auch die Vorlage einer natürlich ebenfalls gefälschten Prüfungsanordnung. Nach einem durchgeführten Kassensturz wird die Beschlagnahme des vorhandenen Bargelds erklärt und das Geld mitgenommen. Es kommt selbstverständlich nie bei der Finanzverwaltung an. Auch die auf der Prüfungsanordnung angegebene Telefonnummer ist nicht die des Finanzamtes.

Bargeldkassen sind ein Risiko bei jeder Betriebsprüfung - so vermeiden oder reduzieren Sie die Risiken:

  • Kasse komplett vermeiden? Haben Sie nur selten bar zahlende Kunden? Wimmeln Sie diese ab, bestehen Sie auf Überweisung oder EC-Karten-Zahlung. Wenn Sie niemals etwas bar vereinnahmt haben, dann haben Sie schon einmal ein großes Schätzungsrisiko vermieden!
  • Portokasse: Haben Sie nur eine Ausgabenkasse, ist zumindest eine Schätzung von Bareinnahmen ausgeschlossen. Aber auch diese Kasse sollte stimmen.
  • Ist der Chef immer im Hause? In diesem Fall könnten Sie vielleicht sogar auch die Bargeldkasse komplett abschaffen, indem Sie einfach alle Ausgaben, die bar zu bezahlen sind, aus dem privaten Geldbeutel bezahlen und sich später über das Gesellschafterverrechnungskonto erstatten lassen.
  • Jede Einnahme einzeln aufzeichnen! Wer eine Registrierkasse hat, für den gibt es hier keine Ausnahmen.
  • Veraltete Registrierkassen sind tabu: Diese haben seit dem 1. Januar 2017 im keinem Unternehmen mehr etwas verloren. Die Härtefallregelung ist am 1. Dezember 2016 ausgelaufen.
  • Erstellen Sie eine Verfahrensdokumentation - wenigstens zur Kasse: Eine knappe Verfahrensdokumentation ist immer noch besser als gar keine.
  • Bei offener Ladenkasse Kassenbuch führen! Das sind keine losen Zettel sondern ein gebundenes Buch, bei dem jeden Tag der Saldo zu Beginn des Tages festzuhalten ist, und dann muss jedes einzelne Geschäft einzeln erfasst werden. Ausnahmen: siehe oben.
  • Machen Sie jeden Tag ein Zählprotokoll. Und gleichen Sie diesen Kassenbericht mit dem Saldo laut Kassenbuch ab.Wissen Sie im Fall einer Registrierkasse, wie Sie den aktuellen Kassenstand abrufen können? Wenn „nein“, ist das schlecht, wenn „ja“, ist es gut.

Sprechen Sie uns an, - wir helfen Ihnen gerne.

Betrügerein bei angeblichen Kassen-Nachschauen